Begegnungsaufenthalt des Landesverbandes in Marktredwitz 2008

Tolle Tage und gute Erholung vom 8. bis 18. September im Fichtelgebirge für die ca.50 Gehörlosen. Alle waren sehr zufrieden.

Montag, 8.September
Schon gegen Mittag waren viele der Teilnehmer eingetroffen und die Zimmerverteilung klappte problemlos, dank des freundlichen und hilfsbereiten Personals des Hotels Bär. Nachmittags wurde gleich auf "Schusters Schlappen" die Innenstadt erkundet und man verspürte gleich den Eindruck, dass die kleine Stadt Marktredwitz viele Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Zum Abendessen welches uns in Buffetform aufgetischt wurde, begrüßte uns die Chefin des Hauses, Yvonne Wahl herzlich und wünschte uns einen erlebnisreichen und angenehmen Aufenthalt, worauf wir mit einen Begrüßungstrunk anstießen. Im Anschluss nahmen wir die Hoteleinrichtungen unter die Lupe und waren erstaunt über die Kellerunterwelt mit den Katakomben und den dazu gehörenden Rittersaal, der Rittertränke, den Kerker, der Burg und vielen mehr. Der angrenzende Fitnessraum mit der Wellness Badelandschaft 1001-Nacht mit Folterkammer, Sonnentempel, Meditationsgrotte, Dampfbad und den verschiedensten Bädern und Duschen, in einen Subtropischen Klima, verblüffte uns alle. Der Wintergarten, der Biergarten und der Streichelzoo waren sehr beliebt.

Dienstag, 9.September
Mit Marlies Gärtner, Fremdenführerin der Stadt Marktredwitz unternahmen wir einen ausführlichen Stadtrundgang zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Stadtkern. Ihre warmherzigen und mit viel Liebe uns Gehörlosen gegenüber vorgetragenen Informationen, vermittelten uns Kenntnisse über die Geschichte und Lebensweisen der Vorfahren. So erfuhren wir, dass Marktredwitz 500 Jahre zu Österreich gehörte. Auch die Presse warf ein Auge auf uns und machte ein Gruppenfoto vor dem alten Rathaus, was mit einem Bericht in der Tageszeitung veröffentlicht wurde.

Gruppenfoto vor dem Alten Rathaus am martplatz in Marktredwitz 
Gruppenfoto vor dem Alten Rathaus am martplatz in Marktredwitz

Nachmittags marschierten wir bei strahlendem Sonnenschein nach Bad Alexandersbad. An der Alexandersquelle vorbei durch den Kurpark mit seinen schönen Außenanlagen machten wir eine kurze Rast um dann gestärkt wieder den Heimweg anzutreten.
Nach dem Abendessen stand schon wieder unsere Marlies bereit, um uns mit Dias die schönsten Schnappschüsse von Marktredwitz und Umgebung zu zeigen. Wir sahen berauschende Bilder ob vom Sommer oder im Winter und stets mit lustigen und warmherzigen Informationen vorgetragen. Mit einen Deutsch-Türkischen Witz fand der schöne Abend seinen Ausklang

Mittwoch, 10.September
Um 8.00 Uhr starteten wir zu einem Busausflug in die Region des 3 Länderecks Bayern, Sachsen, Böhmen. Unser Busfahrer UWE, der sämtliche Schleichwege kannte führte uns über die Lande durch malerische Dörfer und erklärte uns sehr interessante Gegebenheiten. So erfuhren wir, dass der Chef der namhaften Porzellanfabrik Rosenthal ein Schloss erwarb und ein Hallenbad einbauen ließ, das nur mit Porzellantellern gefließt wurde.

Besichtigung des Schloss Seeberg 
Besichtigung des Schloss Seeberg

Im Schloss Seeberg, das vor 10 Jahren noch eine Ruine war, konnten wir die Renovierung und den Wiederaufbau bei einer Besichtigung bestaunen.
Über Franzensbad, wo wir mit dem Bus eine Rundfahrt entlang der Kurpromenade machten erreichten wir dann Marienbad. Hier hatten wir einen längeren Aufenthalt und konnten in aller Ruhe das Wasser der 7 verschiedenen Quellen testen. Jedes Wasser hat eine heilende Wirkung, für verschiedene Beschwerden.

Brauereibesichtigung in Pilsen 
Brauereibesichtigung in Pilsen

In der bekannten Brauerei in Pilsen, die eine Ausdehnung von 50 Hektar hat und 800 Beschäftigte, konnten wir bei einer Führung, die Entstehung des beliebten Gestensaftes Hautnah mit verfolgen. Jährlich kommen ca. 150 000 Besucher und erkunden die Unterirrtischen Gänge, welche eine Gesamtlänge von 9 Km haben und sich ca. 10 - 14 m unter der Erdoberfläche befinden. Die Temperatur ist Sommer wie Winter konstant 8 Grad. Beim Jahrhunderthochwasser 2002 waren die Gänge fast vollständig überflutet. Eine Bierprobe war dann der krönende Abschluss.

Donnerstag, 11.September
Nach einen fürstlichen Frühstück, machte sich eine Gruppe bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg, den Kösseine Gipfel zu erklimmen. Die Kösseine ist mit 939 m der 3 höchste Berg des Fichtelgebirges.
Ab Hotel am Forsthaus vorbei, Wendenerstein, Wendener Madonna, Graentzerstein, Schlageberfelsen, Püttnerfels, alles wunderschöne und natürliche Granitsteinformationen, erreichten wir nach ca. 3 Std. Schweißtreibend den Gipfel. Der über 20 Km Weg führte über teilweise schwierige Stein- und Wurzelpfaden. Nach einen gemeinsamen Mittagstreff auf dem Kösseinehaus, wo diejenigen die nicht Wandern konnten mit dem Hoteleigenen Kleinbus hinaufchauffiert wurden, genossen wir die herrliche Aussicht auf dem Turm, der uns einen wunderbaren Rundblick über die gesamte Fichtelgebirgsregion, mit all seinen Gipfeln bot. Danach ging es wieder zum Hotel zurück und wir hatten ein Glücksgefühl diese anspruchsvolle Wanderung durch Gottes schöne Natur geschafft zu haben.
Das schöne Wetter erlaubte es, dass wir abends im Biergarten einen Grillabend bekamen mit allen möglichen Köstlichkeiten. Der anschließende Spieleabend beendete den Tag.

Grillabend im hoteleigenen Biergarten 
Grillabend im hoteleigenen Biergarten

Freitag, 12.September
Vormittags ging es mit dem Regionalbus in die nahe Kreisstadt Wunsiedel. Bei einem ausführlichen und informativen Stadtrundgang erlebten wir die Stadtgeschichte und die bedeutendsten Bauwerke.
Nachmittags konnten wir bei einer Flugschau die Flugkünste der verschiedensten Adler und Greifvögel auf dem Katharinenberg bewundern. Von der künstlichen Befruchtung bis zur Aufzucht wurde alles anschaulich dargestellt und man konnte die Riesenvögel hautnah in ihren Volieren bestaunen.
Abends wurden unsere vergangenen Begegnungen von Kamerad Beck auf Video gezeigt und man schwelgte in schönen gemeinsamen Erinnerungen.

Samstag, 13.September
Mit der Vogtlandbahn gelangten wir nach Eger Cheb. Bei einem Fußmarsch erkundeten wir die historische Altstadt, mit dem neuen Rathaus, dem Meisterhaus, der St. Nikolauskirche... Nachmittags stand ein Rundgang in den Auenpark an wo 2006 die Grenzüberschreitende Landesgartenschau stattfand. In dem Park gibt es zahlreiche naturverbundene Anlagen, wo die Kraft der Sonne, Wind, Wasser usw. anschaulich dargestellt sind.
Einen geselligen Abend verbrachten wir zusammen mit unseren "Landesvater der Gehörlosen Rudolf Gast" der mit seiner Frau uns einen Besuch abstattete, und über die aktuellen Gegebenheiten des Landesverbandes informierte.

Sonntag, 14.September
Unser gemeinsamer Gottesdienst zusammen mit der hörenden Gemeinde in der Kath. Pfarrkirche St. Josef, war ein doller Erfolg bei vollbesetztem Gotteshaus. Der Gehörlose Gebärdenchor "Singende Hände" aus Passau gestaltete in hervorragender und lebendiger Art und Weise, abwechslungsreich den Gottesdienst.

Gemeinsamer Gottesdienst mit den Hörenden. Auftritt des Gebärdenchors  
Gemeinsamer Gottesdienst mit den Hörenden. Auftritt des Gebärdenchors "Singende Hände" aus Passau

Als Zeichen der vollen Zufriedenheit erhielten sie zum Schluss lang anhaltenden Applaus mit in die Höhe gestreckten Händen von den Hörenden genau so wie von den Gehörlosen. Das war ein sichtbares Zeichen, der Öffentlichkeit, auch die Kultur und die Fähigkeiten der Gehörlosen zu vermitteln.
Im Anschluss spazierten wir zur Egerlandhalle wo der Infotag des Bezirksverbandes der Gehörlosen Oberfranken stattfand. Nach Ansprachen durch den Bezirksverbandsvorsitzenden Helmut Rühr, dem Landesvorsitzenden Rudolf Gast, trat unser Gehörloser Freund "Berni" als Deaf Chaplin auf und strapazierte die Lachmuskeln auf seine besondere Art.
Viele Teilnehmer nahmen die Möglichkeit wahr und informierten sich ausgiebig im Egerlandmuseum.
Am Abend wurden wir mit einem Chandley Ligt Dinner im Hotel verwöhnt.

Montag, 15.September
Zum ersten mal erlebten wir einen Regentag und entschlossen uns zu einer Wanderung zum Marktredwitzer Haus. Am Roßkopf änderten wir wegen Regens unsere Route und durchquerten auf dem Rückweg den Vater Unser Weg. Diese 8 Stationen erwanderten wir noch bis zum Gipfelkreuz, ehe wir dann durchnässt unser Hotel wieder erreichten.
Sehr zur Freude der Teilnehmer bekamen wir nach dem Abendessen Besuch vom "Braunbär Bruno mit seinen "Bärenweibchen".

Dienstag, 16.September
Mit dem Bus erreichten wir Waldsassen und als erstes ging es in die Klosterbibliotek. Eine Führung vertiefte unser Wissen über das unvorstellbare, künstlerische Talent der früheren Handwerker. Allein für die Schnitzarbeiten in Lindenholz war ein gebürtiger Waldsassener Schnitzermeister mit 16 Helfern 22 Jahre am Werkeln. Die Deckenmalerei von einen Bayreuther Maler stammen aus dem Jahre 1724 und sind noch im Original erhalten. Vor 40 Jahren wurden die Gemälde mit frischem Brot abgerieben was reinigend und versiegelnd gleichzeitig wirkt. Alle Hölzer wurden nur mit heißen Bienenwachs versehen.
Ein Fußmarsch zur 3 Km entfernten Wallfahrtskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit "Kappl" wurde mit wunderschönen Ansichten einer Kirche die 1682 von Georg Dietzenhofer in weiter Flur errichtet wurde, entschädigt. Den Rückweg gingen wir über den Rosenkranzweg mit seinen 15 Stationen (je 5 des schmerzhaften-, glorreichen-, feudenreichen,- Rosenkranzes). In Waldsassen wieder angekommen stand die Besichtigung der Basilika an dessen Anblick uns den Atem raubte. Ein wunderbares Bauwerk mit unzähligen Gemälden, Verzierungen, Figuren und vielen mehr, was in der heutigen Zeit gar nicht mehr möglich wäre, zu schaffen. Ein Rundgang durch den neu gestalteten Klosterhof, den Klostergarten mit vielen Sehenswürdigkeiten beendete diesen schönen Tagesausflug.
Der Fichtelgebirgsverein Nemmersdorf führte uns am Abend durch ihre Kindergruppe einige Tänze auf. Es war schön die kleinen Trachten zu bestaunen.

Geselliger Abend, Tanz der Kindergruppe des Trachtenvereins 
Geselliger Abend, Tanz der Kindergruppe des Trachtenvereins

Mittwoch, 17.September
Während einige den letzten Aufenthaltstag für Besorgungen nutzten, machten sich die anderen auf den Weg das Felsenlabyrinth Luisenburg zu erkunden. Nach 3 Km Anmarsch standen wir vor dem Eingang. In ca. 2 Stunden kraxelten wir durch die bizarren Felsformationen mit den unbeschreiblichen und unvorstellbaren natürlichen Felsgesteinen in den unterschiedlichsten Formen.

Fotopause im Felsenlabyrinth Luisenburg 
Fotopause im Felsenlabyrinth Luisenburg

Teils auf allen vieren, wie durch ein Mauseloch zwängten wir uns bis zum Gipfelkreuz auf 849 m hoch und genossen einen herrlichen Rundblick. Über Bad Alexandersbad ging es wieder zurück.
Einen ganz besonderen Abschlussabend erlebten wir heute. Durch Ritter "Michel von Rawadz", wurden wir mit einen Rittergesöff bei Lagerfeuer begrüßt, und er erklärte uns die Regeln und Gesetze in seiner Burg. Pfoten sind zu waschen, immer leer zu trinken und aufzufressen, nicht streiten und den Nachbarn mit seinen fetten Händen berühren usw. Dann ging's in den historischen Rittersaal, man nahm Platz und wurde von den Zofen mit einen Glas Met abgefüllt.

Ritteressen mit den Händen und Lätzchen zum Schutz 
Ritteressen mit den Händen und Lätzchen zum Schutz

Eines der vielen Spiele beim Ritterabend. Hier: Wettsägen 
Eines der vielen Spiele beim Ritterabend. Hier: Wettsägen

Der Ritter erklärte uns, dass wir zwei Gruppen sind die gegeneinander einen Wettstreit auszutragen haben und die Gewinner bekommen was zum Essen. Ein Glas Wasser musste immer dem Nachbar umgegossen werden der Reihe entlang bis zum Ende. Wer zuerst fertig war und das meiste Wasser im Glas hatte, gewann und die bekamen das Brot zugeschmissen. Der Rest musste betteln. Beim Kampf um die Suppe musste ein Ei auf dem Löffel durch die Reihe gebracht werden. Danach gab es heiße Erdäpfel die mussten 3 Personen je Gruppe in einen Wettkampf beim Kartoffelschälen erarbeiten. Bevor die Knödel und der Schweinebraten aufgetischt wurden, hatten je 3 Leute vom Volk zu nageln. Zwei Frauen und zwei Männer je Gruppe mussten sägen. Zum Abschluss hieß es antreten zum Armbrustschießen, um die heißen Bratäpfel zu bekommen. Nach über 3 Stunden war das Volk voll gestopft wie eine Weihnachtsgans und begab sich zur Ruhe. Es war ein wunderschöner Abend den wir alle in guter Erinnerung behalten werden.

Donnerstag, 18.September
Schweren Herzens mussten wir heute die Heimreise antreten. Es waren 11 schöne Tage die wir in gleichgesinnter Gemeinschaft erleben durften. Zu diesen Erfolg trugen viele bei, aber ganz besonders das Personal des Hotels Bär das uns stets freundlich und unterstützend entgegen kam. Die warmherzige Betreuung durch Chefin Yvonne, Andrea, Manu, Tanja, Vanessa suchen Ihres gleichen. Das war einmalig und die waren einfach Spitze. Hierher wollen wir gerne wieder zurück und werden die Erinnerungen mit Freude in uns behalten. Bis zum nächsten Mal wünsche ich Euch alles Gute, Gesundheit und hoffe wir sehen uns bei der einen oder anderen Gelegenheit mal wieder.
Danke, danke! Euer Helmut

Das lustige zum Schluss! Wer vermisst seine Zähne?? Es ist ein Gebiss gefunden worden. Bitte beim Hotel melden.

Bericht und Fotos: Helmut Rühr

Kulturtage 2018

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06.10.18
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